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Kardiologie
BVMed und DGTelemed: „Telemedizin in die flächendeckende Regelversorgung in Deutschland aufnehmen“
04.03.2009 - 14/09
In Deutschland gibt es rund 500.000 Träger von implantierten Herzschrittmachern sowie rund 100.000 Patienten mit implantierten Defibrillatoren. Aufgrund des demografischen Wandels sei eine deutlich Zuwachsrate in diesem Bereich zu beobachten. Die Nachsorge dieser Patienten stelle für die Ambulanzen der Kliniken und Praxen eine große Herausforderung dar.
Neue Entwicklungen im Bereich der Herzrhythmus-Implantate ermöglichen die Nachsorge dieser Patienten auch telemedizinisch. „Dadurch werden dem Patienten unnötige Wege zur Nachsorge erspart und er wird gleichzeitig kontinuierlich telemedizinisch überwacht“, sind sich BVMed und DGTelemed einig.
Anlässlich der von der Europäischen Union am 20. Februar 2009 in Prag abgehaltenen eHealth-Konferenz haben die Teilnehmer die EU-Mitgliedsstaaten aufgefordert, die bestehenden Vergütungssysteme bzw. Leistungskataloge für die Telemedizin zu öffnen.
„In Deutschland haben wir die Situation, dass dem Arzt durch den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) die telemedizinische Nachsorge der Implantate bereits vergütet wird, die Kosten für die telemedizinische Hardware sowie die Datenübertragung jedoch von den Krankenkassen nicht getragen werden“, erklärt Schmitt. Die Vertreter der beiden Organisationen führten weiter aus, dass es bereits nachgewiesen sei, dass die telemedizinische Überwachung kardialer Implantate sicher und klinisch effektiv ist. Darüber hinaus haben Studien erwiesen, dass sich mit dieser Technologie 60 Prozent der Kosten und 70 Prozent des Nachsorgeaufwands einsparen lassen.
Aus diesem Grund sehen BVMed und DGTelemed die Umsetzung der folgenden Punkte als dringend erforderlich an:
> Aufnahme Telemedizinischer Versorgungsmodelle in die flächendeckende Regelversorgung in Deutschland.
> Für kardiale Implantate: Vergütung der telemedizinischen Hardware sowie der Datenübertragung durch die Kostenträger.
> Anerkennung und Akzeptanz des volkswirtschaftlichen Nutzens der Telemedizin.
Die Telemedizin eröffnet dem Patienten neue Behandlungsmöglichkeiten: Durch eine kontinuierliche Überwachung des Implantats ist eine frühzeitige Erkennung von behandlungsbedürftigen Veränderungen sowohl am Gerät als auch am Gesundheitszustand des Patienten möglich. Dadurch lassen sich unnötige Hospitalisierungen vermeiden, gleichzeitig erhöht sich die Patientensicherheit bei steigender Lebensqualität.
Der BVMed vertritt als Wirtschaftsverband über 200 Industrie- und Handelsunternehmen der Medizintechnologiebranche. Im BVMed sind u. a. die 20 weltweit größten Medizinproduktehersteller im Verbrauchsgüterbereich organisiert. Die Gesundheitsausgaben im Bereich der Medizinprodukte betragen in Deutschland über 22 Mrd. Euro. Die Medizinprodukteindustrie beschäftigt in Deutschland rund 170.000 Menschen.
Die Deutsche Gesellschaft für Telemedizin (DGTelemed) ist eine bundesweite Vereinigung zur Förderung, Verbreitung, Markteinführung und Publizierung moderner, innovativer Entwicklungen, Lösungen und Produkte in der Telemedizin. Sie versteht sich als Fachgesellschaft für Telemedizin, die Experten der Telemedizin organisiert und zusammenführt. Die DGTelemed ist Plattform für den Erfahrungsaustausch von Experten und organisiert diesen. Die DGTelemed fördert die Kontakte ihrer Mitglieder untereinander sowie mit Partnern aus Politik, Gesundheitswesen, Wissenschaft und Wirtschaft im deutschen und europäischen Gesundheitsmarkt.
Pressekontakt:
Manfred Beeres M.A., Leiter Kommunikation/Presse, BVMed
Tel. +49 (0)30 246 255-20, Fax +49 (0)30 246 255-99, beeres@bvmed.de
Wolfgang Loos, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied, Pressesprecher, DGTelemed,
Tel. +49 (0) 30 93029940, Fax. +49 (0) 30 93029941, w.loos@dgtelemed.de
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