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Kardiologie
BVMed-Symposium in Mannheim: Innovative Herzunterstützungssysteme sind eine echte Therapiealternative
23.04.2004 - 27/04
Die rückläufige Anzahl von Spenderherzen und der gleichzeitige Anstieg der Patientenanzahl mit schwerer Herzinsuffizienz erfordert ein Therapiekonzept, in dem die Kunstherztechnologie eine immer größere Rolle spielen wird, resümierten die beiden Vorsitzenden des Symposiums Prof. Dr. Wolfgang von Scheidt, Chefarzt des Klinikums Augsburg, und Professor Dr. Michael Weyand, Direktor des Zentrums für Herzchirurgie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.
Eine alternative Therapie zur Herztransplantation wird kurz- und mittelfristig nicht zur Verfügung stehen, daher ist die Herzunterstützungs- oder Kunstherztechnologie die einzige Therapieoption bei akut und chronisch schwerer Herzkrankheit. Die Weiterentwicklung der Technologie ermöglicht es, dass die Patienten immer länger und mit einer hohen Lebensqualität die Systeme nutzen können. Durch den Einsatz von vollimplantierbaren kleinen Pumpsystemen konnten die anfänglichen Probleme, wie z. B. die Infektionsraten, erheblich gesenkt werden, so PD Dr. Georg Wieselthaler von der Universitätsklinik Wien.
Durch den dauerhaften Einsatz der Systeme ist eine ambulante Betreuung der Patienten im häuslichen Umfeld möglich geworden. Das im Herzzentrum Bad Oeynhausen praktizierte „Out of Hospital Management“ zeige, dass die Sicherheit und Effizienz der Technologie eine mittelfristige Therapie-Option für schwer erkrankte Patienten darstellt, so PD Dr. Aly El-Banayosy vom Herzzentrum Bad Oeynhausen. Um den optimalen Zeitpunkt der Notwendigkeit einer Implantation eines Herzunterstützungssystems bestimmen zu können, wird die Bildung einer interdisziplinären Spezialambulanz vorgeschlagen.
Den interdisziplinären Ansatz zur Anwendung der alternativen Langzeittherapie der Herzunterstützungssysteme konkretisierte Oberarzt Prof. Dr. Christof Schmid vom Herzzentrum Bad Oeynhausen. Bei einer rechtzeitigen Zuweisung der Patienten zur Implantation durch den Facharzt ist nach erfolgreicher Implantation die postoperative Betreuung durch diesen möglich.
Damit die alternative Versorgungstherapie mit Kunstherzen therapiegerecht ermöglicht wird, ist die Abklärung der Hauptindikation aus medizinischer Sicht notwendig. Die Therapie sollte an mehreren Kliniken und auch außerhalb von Transplantationszentren angeboten werden. Voraussetzungen dafür sind ein regionaler Zuweiserkreis von niedergelassenen Ärzten, ausreichende Intensivkapazität und letztendlich eine budget-unabhängige leistungsgerechte Vergütung.
Im neuen Krankenhausfallpauschalensystem ist bisher noch keine Fallpauschale für diese Herzunterstützungstechnologien vorgesehen. Die Gesamtkosten für die Herzunterstützungstechnologien liegen nach Aussagen von Prof. Weyand unterhalb der Kosten für die Transplantationen, da die Folgekosten für Transplantationen (Arzneimittelverbrauch und wiederholte Klinikaufenthalte) erheblich über denen der innovativen Kunstherztechnologien liegen. Damit die Ergebnisse des Langzeiteinsatzes von Kunstherztechnologien fundiert abgebildet werden können, regt er den Aufbau eines nationalen Registers an.
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