Medizintechnologie e.V.
Reinhardtstr. 29 b
D - 10117 Berlin
Tel. (030) 246 255 - 0
Fax. (030) 246 255 - 99
info@bvmed.de
Medizinprodukteindustrie
Schreiben der MedTech-Verbände an EU-Kommissar Verheugen: Erneute Überarbeitung der Medizinprodukte-Gesetzgebung verschieben
28.11.2008 - 91/08
Entgegen dem Ergebnis der Folgeabschätzung der EU-Kommission führe die im letzten Jahr verabschiedete Änderungsrichtlinie 2007/47/EG teilweise zu erheblichen Mehrbelastungen der Medizintechnikindustrie in Europa. Als Beispiel nennt das Schreiben der Industriefachverbände die Einführung des Konsultationsverfahrens für Hersteller aktiver Implantate, die zu stark erhöhten Zulassungskosten und zu einer drastischen Verlängerung der Zulassungszeiten führte. So werden sich die Zulassungskosten beispielsweise für eine medikamenten-beschich¬te¬te Herzschrittmacherelektrode mindestens verdoppeln, während sich die Dauer des Konformitätsbewertungsverfahrens um mindestens 24 Wochen verlängern wird, was einer Verdreifachung der Zulassungsdauer entspricht.
„Diese Konsequenzen sind eine direkte Folge der Richtlinie 2007/47/EG und erfolgen in einem Marktumfeld, das auch in Deutschland seit mehreren Jahren durch sinkende Preise für diese Produkte gekennzeichnet ist“, heißt es in dem Schreiben.
Eine zusätzliche massive Belastung der Medizintechnikindustrie ergibt sich aus der Nichteinhaltung des Termins für die nationale Umsetzung der Änderungs-Richtlinie 2007/47/EG in den einzelnen Mitgliedstaaten. Bisher haben lediglich zehn der 27 EU-Mitgliedstaaten Entwürfe der geänderten Gesetzestexte vorlegen können. Deutschland, ein wichtiger EU-Mitgliedstaat, wird den Termin für die Umsetzung mit Sicherheit nicht halten können und es gibt auch seitens des Bundesgesundheitsministeriums keine Aussage, wann mit einem Gesetzesentwurf (4. Novelle zum deutschen Medizinproduktegesetz – MPG) zu rechnen sein wird.
„In diesem äußerst problematischen Umfeld eine neue Gesetzesinitiative zu starten, überfordert sämtliche daran beteiligte Gruppierungen. Zusätzlich ist nicht auszuschließen, dass die Folgeabschätzung wiederum von falschen Konsequenzen ausgehen könnte und sich die eigentliche Intention einer Systemvereinfachung und -verbesserung nicht realisieren lässt, sondern lediglich noch mehr Bürokratie bei der Regulierung der Medizintechnikindustrie in Europa entsteht“, lauten die Befürchtungen der MedTech-Verbände in dem Schreiben an die EU-Kommission. Vor diesem Hintergrund sei die zeitliche Verschiebung um mindestens zwei Jahre das sinnvollste Vorgehen. Die EU-Kommission sollte dann die Erforderlichkeit weiterer Gesetzesänderungen mit der Industrie, den Benannten Stellen und den zuständigen Behörden gemeinsam neu bewerten.
Diese Inhalte könnten für Sie ebenfalls interessant sein:
- Informationsreihe "Medizinprodukterecht"
- BVMed-Konferenz zur Nutzenbewertung von Medizinprodukten: Verfahrensordnung zur Erprobungsregelung kommt im Juli 2012/ Finanzierung soll über Studienfonds erfolgen
- MedInform-Konferenz zur Kommunikation mit Krankenkassen: „Vertrauen und eine zielgerichtete Kommunikation sind der Schlüssel zur erfolgreichen Zusammenarbeit“
Neu: MedTech-Bilderwelten
Informationsfilm
Medizintechnologien: Gesundheit gestalten
„Gesundheit gestalten“ zum Wohle des Patienten. Das ist das Leitbild der Unternehmen der Medizintechnologie. Sie leisten mehr an Forschungs- und Entwicklungsarbeit, als so mancher Patient ahnt. Die Branche steht im kontinuierlichen Dialog mit Politikern, Kassen und Ärzten. Der Film zeigt in zahlreichen Beispielen, wie medizintechnische Innovationen das Gesundheitssystem langfristig entlasten und wie sie den Patienten auch künftig ohne Verzögerung zur Verfügung gestellt werden können.
> Medizintechnologien: Gesundheit gestalten
Aktuelle Themen
- Dekubitus
- Erhebungsbogen
- Erstattung
- Hilfsmittel
- Homecare
- Inkontinenz
- Kodex
- Medizinprodukte
- Medizinprodukteberater
- Medizinprodukterecht
- Nadelstichverletzungen
- Tracheostoma
- UDI
- Versorgungsstrukturgesetz
- Wundversorgung




