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Hauptstadtkongress Gesundheit: „Medizintechnologien als Motor der Gesundheitswirtschaft“
16.06.2005 - 44/05
„Deutschland hat in den zukunftsträchtigen Innovationsfeldern der Medizintechnologie durch die große Zahl gut ausgebildeter Ärzte, Forscher und Ingenieure und durch den hohen Standard der klinischen Forschung beste Voraussetzungen, neue Produkte und Verfahren zur Marktreife zu führen. Wir haben durch die Universitätskliniken und die zahlreichen Kompetenzzentren in der Medizintechnik ein großes Wissen“, so der BVMed-Vorsitzende.
Wichtig sei es, dieses große Potential der Medizintechnologien als Wachtumsmotor konsequenter als bisher zu nutzen. Dafür müsste dem dynamischen Wandel der medizinischen Möglichkeiten und Dienstleistungen nun auch ein dynamischer Wandel des Gesundheitssystems folgen. Schmidt: „Wir brauchen eine neue Gesundheitswirtschaft mit mehr wettbewerblichen Elementen, Wahlfreiheiten und mehr Eigenverantwortung der Versicherten.“
Erhebliche Defizite sieht der BVMed bei der Einführung von Innovationen in die Vergütungssysteme, sodass sie dann auch zeitnah beim Patienten ankommen. Ein Beispiel ist der Medikamente-freisetzende Stent, der verstopfte Gefäße dauerhaft offen hält. Diese Innovation ist in den USA und den meisten europäischen Ländern als Standard etabliert. Die Penetrationsrate liegt derzeit in den USA bei 75 Prozent, in England bei 60 Prozent, in der Schweiz sogar bei 76 Prozent. Deutschland ist mit 17 Prozent Schlusslicht der westlichen Industrienationen.
Der BVMed tritt u. a. dafür ein, dass die derzeitigen Innovationshemmnisse, wie die intransparente Entscheidungspraxis des Gemeinsamen Bundesausschusses über neue Untersuchungs- und Behandlungsmethoden, die sektorale Budgetierung oder die derzeit fehlenden Qualitätsstandards bei Behandlungen, beseitigt werden. „Wir benötigen den Willen, Innovationen in das deutsche Gesundheitssystem einzuführen und Prozesse für ihren zügigen Zugang zu etablieren. Das ist machbar, wenn vor allem die Politik durch mehr Entbürokratisierung, Deregulierung und Liberalisierung der Gesundheitsmärkte handelt“, so Anton J. Schmidt.
Zum Branchenhintergrund: Der Weltmarkt für Medizintechnologien betrug 2003 rund 184 Mrd. Euro. Deutschland ist mit einem Ausgabenvolumen für Medizinprodukte in Höhe von 20 Mrd. Euro nach den USA und Japan weltweit der drittgrößte Markt und mit Abstand der größte Markt Europas. Die Branche beschäftigt in Deutschland mehr als 108.000 Menschen. Die Medizintechnologie ist zudem eine dynamische und hoch innovative Branche. Mehr als die Hälfte des Umsatzes erzielen die Unternehmen mit Produkten, die nicht älter als drei Jahre sind. Durchschnittlich werden rund 7 Prozent des Umsatzes in Forschung und Entwicklung investiert. Der Forschungsstandort Deutschland spielt damit eine besonders wichtige Rolle.
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