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BVMed intern
BVMed startet "Innovationspool Medizintechnologien" im Internet für neue Therapien und Produkte
04.05.2001 - 28/2001
Eines der Ziele des internetbasierten Innovationspools ist es, Ärzte, Pflegepersonal, Patienten, Kassen, Politiker und weitere Beteiligte im Gesundheitswesen über neue Entwicklungen zu informieren und damit das Thema "innovative Medizintechnologien" stärker in der Öffentlichkeit zu verankern. Als "Innovationen" werden nach der Definition des Pools dabei "neue medizinische Produkte und/oder Therapieverfahren bezeichnet, die nicht länger als drei Jahre auf dem Markt sind. Innovationen kommen dem Patienten zugute, indem sie heilen helfen, Leben retten, die Lebensqualität verbessern und einen Beitrag zur Kostenstabilität leisten können."
BVMed-Geschäftsführer Joachim M. Schmitt: "Die Medizinproduktebranche ist äußerst innovativ, ohne dass dies in der Öffentlichkeit hinreichend gewürdigt wird. Im vergangenen Jahr haben wir damit begonnen, innovative Medizintechnologien bekannter zu machen. Beispiele sind der BVMed-Innovationskongress im Februar 2000 in Berlin, die Studie 'Die Bedeutung von Medizinprodukten im deutschen Gesundheitswesen' oder das BVMed-Presseseminar 'Medizintechnologien der Zukunft – Zukunft der Medizintechnologien' im Oktober 2000 in Berlin. Die dort aufgeführten Fallstudien gaben aber immer nur punktuell Einblicke in innovative Medizintechnologien. Deshalb bietet der Innovationspool nun eine Informationsplattform, die ständig aktualisiert einen Überblick über Innovationen der Branche zu allen Bereichen gibt, von traditionellen, weiterentwickelten Produkten bis hin zu 'High-Tech'."
Auf jeder einzelnen "Innovationsseite" erhält der Internetbesucher neben dem Anwendungsgebiet und wichtigen Schlagwörtern eine einführende Produkt- bzw. Therapiebeschreibung, Kontaktadressen sowie weiterführende Links zu Informationen und Bildmaterial auf der Herstellerseite. Die Innovationspool-Startseite kategorisiert die Produkte und Therapien nach "Anwendungsgebiet" bzw. "Krankheitsbild", nach "Produktart" sowie "Produktname".
Eine der ersten eingestellten Innovationen war das "intrakardiale Pumpsystem" des BVMed-Mitgliedunternehmens Impella Cardiotechnik, das zu Beginn des Jahres mit dem "Innovationspreis der Deutschen Wirtschaft" ausgezeichnet wurde. Das Pumpsystem zur Herz-Kreislaufunterstützung ersetzt bei Eingriffen am Herz die extrakorporale Zirkulation und damit den Einsatz der Herz-Lungen-Maschine. Es reduziert die Schwere des Eingriffs und verbessert den Patientenschutz.
Weitere Beispiele aus dem BVMed-Innovationspool Medizintechnologien (kleine Auswahl):
Implantierbarer Defibrillator gegen Herzrhythmusstörungen: Mit einem neu entwickelten implantierbaren Defibrillator ist die individuelle Behandlung multipler Herzrhythmusstörungen möglich. Das Gerät unterscheidet zwischen einer natürlichen belastungsbedingten und einer krankhaften Erhöhung der Herzfrequenz, um nur unbedingt notwendige Therapien einzuleiten.
Hirnstimulation bei der Parkinsonschen Krankheit: In einem neurochirurgischen Verfahren werden Elektroden in bestimmte tiefliegende Hirnregionen millimetergenau platziert und an implantierbare programmierbare Impulsgeneratoren angeschlossen. Die neue Therapie wird von führenden Parkin-sonexperten als "größter Fortschritt in der Behandlung dieser Erkrankung seit Einführung des L-Dopa bewertet".
Implantierbarer Ereignisrekorder bei Ohnmacht unklarer Herkunft: Der neuartige implantierbare Ereignisrekorder ist ein 17 g leichtes, kleines Gerät, das durch einen kleinen Hautschnitt im Brustkorbbereich implantiert wird. Er bietet die Möglichkeit einer kontinuierlichen Langzeit-EKG-Überwachung über 14 Monate hinweg. Mit einem Schrittmacher-Programmiergerät, das mit einer speziellen Software ausgerüstet wurde, kann das gespeicherte EKG ausgelesen und analysiert werden.
Zelltherapeutisches Verfahren zur Behandlung von Gelenkknorpelschäden: Ein modernes zelltherapeutisches Verfahren zur Behandlung von lokalisierten Gelenkknorpelschäden, vor allem des Kniegelenks. Mit der Behandlung kann Knorpelgewebe dauerhaft soweit wieder hergestellt werden, dass die Patienten eine erhebliche Schmerzreduktion erfahren und sportlich wieder aktiv sein können.
Implantat zur Regeneration von Meniskusgewebe: Ein neuartiges Meniskusimplantat wirkt als Leitschiene für die Regeneration: Die spezielle Struktur fördert die Bildung von neuem Knorpelersatzgewebe und wird von diesem durchwachsen.
CT-freies Navigationssystem in der Knieendoprothetik: Ein CT-freies Navigationssystem, das im routinemäßigen Einsatz den Operateur durch selbstständiges Anzeigen der optimalen Implantatposition unterstützt.
Behandlung von Arthritis mittels Apherese: Bei einer neuen Behandlungsmethode der mäßigen bis schweren rheumatoiden Arthritis bei Erwachsenen wird dem Patienten fortlaufend Blut aus einer Armvene entnommen und in Blutzellen und Blutflüssigkeit (Plasma) getrennt. Das Plasma wird anschließend über eine spezielle Säule geleitet, die Antikörper und Immunkomplexe aus dem Plasma entfernt. Danach wird das Plasma mit den Blutzellen wieder vereinigt und dem Patienten über eine Vene des anderen Armes zurückgegeben.
Antikörper zur Reinigung von Stammzelltransplantaten bei Brustkrebspatientinnen: Mit einem neuen Verfahren werden Stammzelltransplantate von Brustkrebspatientinnen, die eine Hochdosis-Chemotherapie erhalten, von Tumorzellen gereinigt. Diese neue Antitumor-Strategie verringert die Wahrscheinlichkeit, dass vereinzelte Tumorzellen nach der Hochdosis-Chemotherapie wieder in den Körper gelangen.
Antimikrobiell beschichteter Zentralvenenkatheter: Eine neuartige antimikrobielle Beschichtung eines Katheters sorgt dafür, dass Bakterien und Pilze abgetötet werden, und leistet damit einen wesentlichen Beitrag zur Vermeidung von Infektionen.
Neuer steriler Hautschutzfilm: Ein atmungsaktiver Schutzfilm bietet Schutz bei Stoma, bei fragiler, pergamentöser Haut sowie bei Hautreizungen durch Inkontinenz und bei empfindlichen Wundrändern. Speziell für den Einsatz unter Klebstoffen entwickelt, hilft er, Hautirritationen, wie sie bei der Verwendung von Pflastern oder Verbänden auftreten könnnen, zu vermeiden. Der dehnbare Hautschutzfilm ist bis zu 72 Stunden wirksam und muss vor der neuerlichen Anwendung nicht entfernt werden.
Mehr zu diesen und anderen Innovationen unter:
www.bvmed.de/innovationspool
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