BVMed intern

BVMed-Mitgliederversammlung in Dresden Cornelia Gröhl: „Rahmenbedingungen für Medizintechnologien müssen verbessert werden“

11.04.2003 - 27/03

Dresden. Schnelleren Zugang der Patienten zu innovativen Medizintechnologien und eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Unternehmen der Medizintechnologie hat die Vorstandsvorsitzende des Bundesverbandes Medizintechnologie, Cornelia Gröhl (Johnson & Johnson/Ethicon), auf der Mitgliederversammlung des Verbandes in Dresden angemahnt. Zu besseren Rahmenbedingungen gehörten u. a. Deregulierungsmaßnahmen im administrativen Bereich sowie eine Festschreibung des Arbeitgeberanteils an der Krankenversicherung beispielsweise bei 6 Prozent, um die Lohnnebenkosten zu reduzieren.


Frau Gröhl nannte in ihrer Rede folgende Grundlinien der Verbandspositionierung:

  

1. Die Unternehmen müssen von den hohen Lohnnebenkosten entlastet werden. Das bedeutet, dass der GKV-Beitrag nicht weiter steigen darf. Eine sinnvolle Lösung hierzu wäre, den Arbeitgeberanteil auf einen bestimmten niedrigeren Betrag festzuschreiben.

  

2. Die Rahmenbedingungen für Forschung und Produktion in Deutschland müssen insgesamt verbessert werden. Die Unternehmen dürfen nicht noch zusätzlich belastet werden.

  

3. Neue Produkte und Verfahren der Medizintechnologie müssen schneller in den Markt eingeführt werden können. Unsere Kernbotschaft hierzu lautet: Innovative Medizintechnologien müssen allen Patienten, die sie benötigen, ohne Verzögerung zur Verfügung gestellt werden.

  

4. Wir brauchen darüber hinaus weitere Deregulierungsmaßnahmen im administrativen Bereich.

  

5. Die strukturpolitischen Rahmenbedingungen im Gesundheitssystem müssen sich am medizinischen Bedarf der Bevölkerung und nicht an Budgetierungen orientieren.

  

6. Wir müssen optionale Finanzierungsmodelle in der Gesetzlichen Krankenversicherung einführen. Dabei wird kein Weg daran vorbei führen, die Patienten stärker zu beteiligen.

Das GKV-System drohe ohne gravierende Änderungen auseinander zu brechen. Der Handlungsdruck zur Erneuerung, Verbesserung und Zukunftssicherung des deutschen Gesundheitssystems sei deshalb stärker als je zuvor, so Gröhl. Ein Grund sei, dass der medizinisch-technische Fortschritt mit den endlichen Mitteln eines solidarischen Finanzierungssystems heutiger Art künftig nicht leistbar sei. Die Rationierung von Leistungen aufgrund einer Budgetpolitik könne aber kein Konzept der Zukunft sein.

Cornelia Gröhl: „Die Politik muss zu den gesetzlich Versicherten ehrlich sein: Wenn wir innerhalb eines solidarisch finanzierten Gesundheitssystems den medizinischen Fortschritt allen Patienten zur Verfügung stellen wollen, dann muss auch allen Beteiligten bewusst sein, dass entweder die Beiträge weiter steigen werden, oder alternative Finanzierungsformen gefunden werden müssen. Beispielsweise über mehr Eigenbeteiligung der Patienten.“


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