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Innovationen
Neue Studie belegt die große Bedeutung von innovativen Medizinprodukten für das deutsche Gesundheitswesen: "Medizinischer Fortschritt darf nicht blockiert werden!"
29.05.2000 - 31/00
Die Studie "Die Bedeutung von Medizinprodukten im deutschen Gesundheitswesen", die neben Analysen und Reformvorschlägen auch Umfrageergebnisse und zahlreiche Fallbeispiele von innovativen Medizinprodukten enthält, belegt die große Bedeutung von Medizinprodukten und Medizintechnik im deutschen Gesundheitswesen.
Die Studie wurde initiiert von einer Gruppe nationaler und internationaler Medizinproduktehersteller, vertreten durch die Verbände HIMA (Washington, USA), EUCOMED/EDMA (Brüssel) und BVMed.
Autoren der Studie sind Prof. Dr. Günther Neubauer (Institut für Gesundheitsökonomie, München), Prof. Dr. Eckhard Knappe (Universität Trier) sowie "The Lewin Group". Die Studie soll den Wert und Nutzen medizintechnischer Errungenschaften beschreiben und in der Öffentlichkeit und der Politik dafür werben, dass die nötigen Voraussetzungen geschaffen werden, damit auch die gegenwärtigen und zukünftigen Innovationen zur Sicherung und zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung in Deutschland beitragen werden. Die vollständige Fassung der rund 150 Seiten starken Studie kann unter folgender Adresse aus dem Internet heruntergeladen werden.
Der BVMed fasst die Ergebnisse der Studie in folgende sieben Thesen zusammen:
1. Medizinprodukte sind unverzichtbar für eine gute Gesundheitsversorgung der Bevölkerung.
Medizintechnik und Medizinprodukte spielen eine wichtige Rolle in allen Bereichen des deutschen Gesundheitswesens: In der Prävention, der Diagnostik, der Behandlung und der Rehabilitation.
2. Die Medizinprodukteindustrie ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.
Die Medizinprodukteindustrie leistet einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der deutschen Wirtschaft. Nach Angaben des Sachverständigenrats für die Konzertierte Aktion im Gesundheitswesen betrug das Produktionsvolumen der Medizinprodukteindustrie in Deutschland im Jahr 1996 zwischen 27 und 29 Mrd. DM. Rund 14 Prozent des weltweiten Medizinprodukte-Umsatzes entfallen auf Produkte aus Deutschland. Rund 110.000 Menschen haben einen Arbeitsplatz bei den rund 1.200 Medizinprodukteherstellern in Deutschland.
3. Innovationen spielen in der Medizinprodukteindustrie eine besondere Rolle.
Im Durchschnitt investieren die Medizinproduktehersteller in Deutschland rund 10 Prozent ihres Umsatzes in Forschung und Entwicklung. In der Regel stammen über 50 Prozent des Umsatzes eines Medizinprodukteherstellers von Produkten, die weniger als zwei Jahre alt sind. Ein innovationsfreundliches Versorgungs- und Erstattungssystem ist deshalb eine Grundvoraussetzung für eine auch in Zukunft qualitativ hochwertige medizinische Versorgung in Deutschland.
4. Technologiebewertung ist wichtig, darf aber den medizinischen Fortschritt nicht blockieren oder behindern.
Alle Medizinprodukte werden strengen, gesetzlich vorgeschriebenen Prüfungen im Hinblick auf Sicherheit und Leistungsfähigkeit unterworfen. Zunehmend wird auch eine Technologiebewertung durchgeführt. Diese Evaluierungsverfahren sind wichtig und hilfreich, wenn sie richtig gestaltet und ihre Ergebnisse überprüfbar sind. Technologiebewertungsverfahren müssen transparent sein, zügig durchgeführt werden und die Hersteller als Experten im gutachterlichen Sinn mit einbeziehen.
5. Im Krankenhaus kommen innovative Medizinprodukte nicht nur dem Patienten zugute, sondern sie sind auch wirtschaftlich sinnvoll.
Der Einsatz von Medizinprodukten, die die Verweildauer reduzieren, kann wesentlich zur Senkung der betriebswirtschaftlichen Kosten eines Krankenkauses und damit zur Verbesserung seiner Wirtschaftlichkeit beitragen. Die Praxis zeigt aber, dass das gegenwärtige Vergütungssystem für den Krankenhausbereich die Vorteile beispielsweise eines innovativen minimal-invasiven Verfahrens gegenüber der entsprechenden Standard-Operation nicht "belohnt" und damit eindeutig innovationshemmend wirkt. Die Einführung eines vollständigen und leistungsorientierten Fallpauschalensystems zur Vergütung der Leistungen im stationären Bereich kann ein Schritt in die richtige Richtung sein, wenn in der konkreten Vergütungspraxis ab dem Jahr 2003 eine leistungsgerechte und kostendeckende Vergütung der Verfahren mit einem angemessenen Preis-Leistungsverhältnis gewährleistet wird.
6. Bei den Entscheidungsträgern im Gesundheitswesen müssen die Probleme der Hersteller von Medizinprodukten bekannter werden.
Im Rahmen der Studie wurden Interviews mit Entscheidungsträgern und Meinungsbildnern im deutschen Gesundheitswesen durchgeführt. Die Interviewten zeigten sich im Allgemeinen recht gut informiert über das breite Spektrum von Medizinprodukten. Es wird anerkannt, dass Medizinprodukte ihren Beitrag dazu leisten, Leben zu retten und die Lebensqualität zu steigern. Eine enge und systematische Einbindung von Medizinprodukteherstellern in die Entscheidungsprozesse der Ausschüsse zur Beurteilung der Erstattungsfähigkeit ihrer Produkte wird von vielen der befragten Experten jedoch nicht gewünscht. Hier ist es offenbar nötig, zunächst ein Bewusstsein für die bestehenden Probleme (z. B. mangelnde Transparenz, monopolistische und langsame Entscheidungsstrukturen, rechtliche Unsicherheit) zu schaffen, um dann auf vernünftige Lösungen hinzuarbeiten.
7. Acht Fallbeispiele zeigen: Innovative Medizinprodukte bieten oft auch einen wirtschaftlichen Vorteil.
Acht detaillierte Fallbeispiele zeigen: Innovationen der Medizintechnik tragen wesentlich zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung bei. Sie eröffnen neue diagnostische und therapeutische Möglichkeiten. Der Fortschritt ist nicht nur offensichtlich für die Patienten, er ist auch oft messbar: als größere Überlebenschance, längere Lebensdauer und bessere Lebensqualität. Wie die Fallbeispiele zeigen, leisten Medizinprodukte aber auch einen wichtigen Beitrag zur Steigerung der Wirtschaftlichkeit und somit zur Stabilisierung der Beitragssätze in der Krankenversicherung. Entgegen der häufig vertretenen Auffassung, wir steckten in einer "Fortschrittsfalle" und die Medizintechnik trage maßgeblich zur Kostensteigerung im Gesundheitswesen bei, ist innovative Technik häufig kosteneffektiv oder aber kostenneutral. In vielen Fällen kann man sogar beweisen, dass bei einer konsequenten Anwendung des medizinischen Fortschritts deutliche Einsparungspotentiale bestehen.
Der BVMed hat seit Anfang des Jahres den Wert von Medizinprodukten und die Bedeutung von innovativen Technologien in der Medizin für die Menschen in Deutschland in den Mittelpunkt seiner Aufklärungsarbeit gestellt. Auftakt war der "Innovationskongress" des BVMed im Februar in Berlin.
Der BVMed vertritt als Wirtschaftsverband über 160 Unternehmen der Medizinprodukteindustrie. Die BVMed-Mitgliedsunternehmen beschäftigen über 25.000 Mitarbeiter und erwirtschaften einen Jahresumsatz von rund 6,5 Milliarden DM. Der BVMed vertritt den gesamten Verbandmittelbereich, Hilfsmittel wie Stoma- und Inkontinenzprodukte oder Bandagen, Kunststoffeinmalprodukte wie Spritzen, Katheter und Kanülen sowie den Implantatebereich von Intraokularlinsen, Hüft-, Knie-, Schulter-, Wirbelsäulenimplantaten über Herzklappen und Defibrillatoren bis hin zum künstlichen Herz.
Ausführliche Informationen zur Studie sowie Download-Möglichkeiten im Internet.
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