Innovationen

MedTech Kompass Umfrage: Krankenhäuser wünschen klare Ansprechpartner und Regeln für Kooperationen mit der Industrie

17.04.2009 - 31/09

Berlin. Feste Ansprechpartner und klare Regeln für die Zusammenarbeit mit der Industrie: Das wünschen sich nach einer Umfrage des Instituts OmniQuest zum „Thema Healthcare Compliance“ die deutschen Krankenhäuser. An der Befragung im Auftrag des MedTech Kompass des BVMed nahmen im März 2009 insgesamt 200 Verwaltungsdirektoren, Ärztliche Direktoren, Chefärzte und Einkaufsleiter von größeren deutschen Krankenhäusern teil.


Die Umfrage zeigt auf: Die Kooperation zwischen Krankenhäusern, Ärzten und den Herstellern der Medizinprodukteindustrie ist ein aktuelles Thema mit hoher Relevanz. 94 Prozent der Befragten halten die Zusammenarbeit von Kliniken und Unternehmen für sehr wichtig bzw. wichtig. Über 80 Prozent sehen die Relevanz des Themas „Zusammenarbeit von Krankenhaus und Industrie“ in ihrem Haus: Es gibt einen hohen Informationsbedarf zum Thema sowie ein Bedürfnis nach personellen bzw. strukturellen Verantwortlichkeiten im Bereich Kooperationen. Der aktuellen Umfrage zufolge halten zwei Drittel der Befragten einen Ansprechpartner für Healthcare Compliance für wichtig.

Der Aufbau eines Healthcare Compliance Netzwerkes ist ein Ziel der im Januar 2008 vom BVMed gestarteten Informations- und Präventionskampagne „MedTech Kompass“ (www.medtech-kompass.de) für eine transparente und gute Zusammenarbeit von medizinischen Einrichtungen, Ärzten und der MedTech-Industrie. Mittlerweile sind über 60 Krankenhaus- und Unternehmensvertreter Teil des Netzwerkes von „Healthcare Compliance Ansprechpartnern“.

Knapp 80 Prozent der Umfrageteilnehmer wünschen sich konkrete Instrumente zur Sicherstellung erlaubter Kooperationen, vor allem klare Regelungen der Zusammenarbeit. Der MedTech Kompass liefert dazu das „Handwerkszeug“, beispielsweise durch den Kodex Medizinprodukte mit der Erläuterung der vier grundlegenden Prinzipien für die Zusammenerbeit, mit Mustervertragselementen und „Best Practice“- Beispielen aus Krankenhäusern und Unternehmen.

BVMed-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Joachim M. Schmitt: „Eine gute und transparente Zusammenarbeit braucht klare Regeln. Gemeinsam mit den Partnern in den Krankenhäusern und der Ärzteschaft engagieren sich der BVMed und seine Mitgliedsunternehmen seit vielen Jahren intensiv dafür, der Kooperation im Gesundheitsmarkt eine sichere und transparente Grundlage zu geben.

Gemeinsam mit Krankenkassen-, Kranhäuser- und Ärzteverbänden wurden der ‚Kodex Medizinprodukte‘, der ‚Gemeinsame Standpunkt‘ und Mustervertragselemente zur Zusammenarbeit entwickelt. Diese etablierten Regeln sorgen für mehr Klarheit und Transparenz bei den rechtlichen Rahmenbedingungen.“

Mehr Informationen zum MedTech Kompass gibt es im Internet unter www.medtech-kompass.de.

Hintergrund: Die vier Prinzipien einer guten und transparenten Zusammenarbeit
Aus dem „Kodex Medizinprodukte“ und aus dem „Gemeinsamen Standpunkt zur strafrechtlichen Bewertung der Zusammenarbeit zwischen Industrie, medizinischen Einrichtungen und deren Mitarbeiter“ gehen vier grundsätzliche Prinzipien hervor.

> Trennungsprinzip: Entgeltliche oder unentgeltliche Zuwendungen müssen unabhängig von Beschaffungsentscheidungen bzw. Umsatzgeschäften sein.

> Transparenzprinzip: Jede Zuwendung und Vergütung muss offengelegt werden. Alle Leistungen an eine medizinische Einrichtung oder an einen Arzt müssen dem Arbeitgeber mitgeteilt, schriftlich fixiert und genehmigt werden.

> Äquivalenzprinzip: Leistung und Gegenleistung müssen in einem angemessenen Verhältnis stehen. Wenn beispielsweise ein Arzt eine medizintechnisch relevante Studie fertigt, muss das Honorar seinem Aufwand angemessen und marktüblich sein.

> Dokumentationsprinzip: Alle Leistungen müssen schriftlich festgehalten werden. In den schriftlichen Vereinbarungen wird detailliert festgelegt, welcher Art etwa die Zuwendung ist, welchen Zweck sie hat und welche Leistungen konkret erbracht werden.


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