Innovationen

Innovationskongress von IGES, TK und BVMed in Berlin: „Mehr Wettbewerb, Eigenverantwortung und Wahlmöglichkeiten zur Erhöhung der Versorgungsqualität“

27.10.2005 - 71/05

Berlin. Die Bedeutung von Medizintechnologien für ein effizientes und zukunftssicheres Gesundheitssystem wird stärker anerkannt. Die meisten Parteien haben den Bereich „Medizintechnik“ als wichtigen Zukunftsbereich genannt. „Nun müssen den Worten aber auch die Taten folgen. Jetzt müssen die politischen Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit die Medizintechnologie in Deutschland auch weiterhin einen führenden Platz belegen kann.“ Darauf hat der BVMed-Vorstandsvorsitzende Anton J. Schmidt (Johnson & Johnson/Ethicon) auf dem Kongress „Innovationen gestalten den demographischen Wandel“ am 27. Oktober 2005 in Berlin hingewiesen. Der Kongress wurde gemeinsam veranstaltet vom Institut für Gesundheits- und Sozialforschung (IGES), der Techniker Krankenkasse (TK) und dem BVMed.


Innovationen der Medizintechnologie seien ein wichtiger Motor der Gesundheitswirtschaft, so Schmidt. Sie können dazu beitragen, dass sich Deutschland als „Kompetenzzentrum Gesundheit“ etabliert. „Dafür benötigen wir aber den Willen, Innovationen in das deutsche Gesundheitssystem einzuführen und Prozesse für den raschen Zugang der Patienten zu etablieren“, so der BVMed-Vorsitzende. Der Verbesserung des Innovationsmanagements haben sich dabei zuletzt auch die Kassenärztliche Bundesvereinigung oder Krankenkassen wie die Techniker Krankenkasse oder der IKK-Bundesverband verschrieben. Dies seien sinnvolle Ansätze, die die Unternehmen der Medizintechnologie unterstützen.

Deutschland habe in den zukunftsträchtigen Innovationsfeldern der Medizintechnologie durch die große Zahl gut ausgebildeter Ärzte, Forscher und Ingenieure und durch den hohen Standard der klinischen Forschung beste Voraussetzungen, neue Produkte und Verfahren zur Marktreife zu führen. Die Vorteile Deutschlands liegen auch in den kürzeren Zulassungszeiten und in der sehr guten und im internationalen Vergleich kostengünstigen klinischen Forschung. Schmidt: „Erhebliche Defizite bestehen in Deutschland allerdings bei der Einführung von Innovationen in die Vergütungssysteme, sodass sie dann auch zeitnah beim Patienten ankommen. Deswegen fällt das Marktwachstum in Deutschland nicht so dynamisch aus wie anderswo.“

Notwendig sei deshalb eine Neuausrichtung der Gesundheitspolitik, die mehr Wettbewerb, mehr Wahlfreiheiten für die Versicherten und weniger Regulierung für die Unternehmen, Ärzte und Kliniken ermöglicht. „Wir müssen eine Brücke zwischen Wettbewerb auf der einen und Solidarität auf der anderen Seite schlagen“, so der BVMed-Vorsitzende auf dem IGES-Kongress.


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