Innovationen

„Innovationsforum Medizintechnik“: BVMed-Vorsitzender Dr. Lugan fordert stärkere Qualitätsorientierung

18.10.2007 - 81/07

Berlin. Eine stärkere Qualitätsorientierung bei der Versorgung der Patienten mit Produkten und Verfahren der Medizintechnologie hat der BVMed-Vorstandsvorsitzende Dr. Meinrad Lugan, Vorstand der B. Braun Melsungen AG, auf dem „Innovationsforum Medizintechnik“ heute in Berlin gefordert. „Wenn wir Innovationen fördern, dabei koordinierter vorgehen und Qualitätsaspekte stärker berücksichtigen, dann werden die MedTech-Unternehmen auch in Zukunft zum Wohle der Patienten ein Motor der Gesundheitswirtschaft sein“, so Dr. Lugan in der Eröffnungspressekonferenz.


Der BVMed-Vorsitzende appellierte an Politik und Krankenkassen, die langfristigen Einsparpotentiale durch moderne MedTech-Verfahren und die Effekte auf Sekundärkosten in die Überlegungen und in die Kostenübernahme medizintechnologischer Produkte einzubeziehen.

„Innovationen werden oft nur unter dem Kostenaspekt diskutiert. Das ist zu kurzfristig betrachtet. Es ist der falsche Weg, die meist höheren Initialkosten eines neuen Verfahrens isoliert zu betrachten. Wir müssen deshalb gemeinsam mit den Krankenkassen und den Anwendern Instrumentarien entwickeln, um die Nutzen- und Kosteneffekte über den Gesamtverlauf einer Behandlung oder Krankheit zu ermitteln“, so Lugan. Die schnellere Einführung von Innovationen habe meist ökonomische Vorteile: Sie führen zu einer Reduzierung von Fehlzeiten, verkürzen die Genesungszeiten der Patienten und ermöglichen es ihnen daher, schneller wieder am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben und an den Arbeitsplatz zurückzukehren.

Innovationen seien für die Unternehmen der Medizintechnologie von großer Bedeutung. Rund ein Drittel des Umsatzes machten die Unternehmen mit Produkten, die weniger als drei Jahre alt sind. Durchschnittlich investierten die forschenden MedTech-Unternehmen rund neun Prozent des Umsatzes in Forschung und Entwicklung. Ein weiterer Beleg für die Innovationskraft der Branche: Nach Angaben des Europäischen Patentamtes in München führte die Medizintechnik die Liste der angemeldeten Erfindungen des Jahres 2006 mit 14.700 Patenten an.

Lugan griff auch die gemeinsame Forderung von BVMed, SPECTARIS und ZVEI auf, einen zwischen allen Politikbereichen – Wirtschaft, Forschung, Finanzen und Gesundheit – abgestimmten „Masterplan Gesundheitswirtschaft“ zu erstellen. Zudem solle ein Koordinator für die Gesundheitswirtschaft, der von der Bundesregierung benannt wird, die Abstimmung der Förderprogramme aller zuständigen Ministerien übernehmen und ihre Auswirkungen auf die Gesundheitswirtschaft überprüfen.


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