Innovationen

Gute Nachricht für Patienten: Medikamente-freisetzende Stents sind sicher

18.09.2007 - 71/07

Berlin. In ihrem kürzlich erschienenen Positionspapier über die Sicherheit und Wirksamkeit von Medikamente-freisetzenden Stents (DES) hat die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) festgestellt, dass diese keineswegs zu mehr Todesfällen unter Patienten führen als unbeschichtete Gefäßstützen. Fachleute hatten dies zwischenzeitlich vermutet. Damit leistet das Papier einen wichtigen, klärenden Beitrag zu der seit geraumer Zeit schwelenden „Sicherheitsdebatte“ um die DES. Darauf hat der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) heute in Berlin hingewiesen.


Die Autoren des DGK-Papiers stützen ihre Erkenntnisse auf die Analyse von 71 Studien über beschichtete Stents mit insgesamt knapp 29.000 Patienten. Ihr Fazit ist eindeutig: Die gering erhöhte Rate an späten Stentthrombosen werde durch die aufgrund von verminderten Restenosen verhinderten Herzinfarkte ausgeglichen. Damit steht fest, dass die DES im Vergleich zu unbeschichteten Stents kein erhöhtes Risiko für Patienten darstellen.

Untermauert wird diese Einschätzung der DGK durch Untersuchungsergebnisse, die auf dem wichtigen Jahreskongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) in Wien gezeigt wurden. Insgesamt sind in mehreren unabhängigen Untersuchungen die Daten von über 30.000 Patienten analysiert worden und es konnte kein signifikanter Unterschied zwischen DES und unbeschichteten Stents bei der Anzahl der Todesfälle festgestellt werden, auch nicht bei der höher eingestuften Risikogruppe der Diabetiker. Außerdem, so die Experten, stünde außer Frage, dass sich Patienten mit einem DES seltener einer erneuten Operation unterziehen müssten als Patienten mit einem unbeschichteten Stent. Für die Gesundheit der Betroffenen sei allerdings unverzichtbar, dass sie regelmäßig und mindestens sechs Monate lang plättchenhemmende Medikamente einnähmen.

Mehr Informationen zum Thema gibt es bei Aktion Meditech, einer gemeinsamen Initiative von Ärzten, Gesundheitsexperten, Patientengruppen, Unternehmen und Verbänden wie dem BVMed unter: www.aktion-meditech.de.


  • Share on Facebook
  • Share on Twitter