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Innovationen
2006-09: Der Umgang mit Innovationen in der Gesundheitswirtschaft
Der Umgang mit medizinischen Innovationen ist eines der wichtigsten Gestaltungsthemen im Gesundheitsmarkt, dem sich auch E-Health-COM in seiner letzten Ausgabe sehr intensiv gewidmet hat. Es betrifft die Unternehmen der Medizintechnologie als Teil einer dynamischen und hoch innovativen Branche in besonderem Maße. Mehr als die Hälfte des Umsatzes erzielen die Unternehmen mit Produkten, die nicht älter als drei Jahre sind. Durchschnittlich werden rund 7 Prozent des Umsatzes in Forschung und Entwicklung investiert.
Deutschland hat in den zukunftsträchtigen Innovationsfeldern der Medizintechnologie durch die große Zahl gut ausgebildeter Ärzte, Forscher und Ingenieure und durch den hohen Standard der klinischen Forschung beste Voraussetzungen, neue Produkte und Verfahren zur Marktreife zu führen. Wir haben durch die Universitätskliniken und die zahlreichen Kompetenzzentren in der Medizintechnik ein großes Wissen.
Erhebliche Defizite bestehen in Deutschland allerdings bei der Einführung von Innovationen in die Vergütungssysteme, sodass sie dann auch zeitnah beim Patienten ankommen. Ein Beispiel aus dem Bereich der telemedizinischen Anwendungen ist die Telekardiologie für Träger von Herzschrittmachern und implantierbaren Defibrillatoren oder CRT-Geräten. Mittels einer im Implantat eingebauten Antenne und moderner Mobilfunktechnik können Ärzte an jedem Ort der Welt die Herzdaten ihrer Patienten kontrollieren und gegebenenfalls Maßnahmen einleiten. Die Kosten für die Anwendung der Telekardiologie werden in Deutschland zurzeit jedoch noch nicht von den Krankenkassen erstattet.
Was ist zu tun, um das Potential der Medizintechnologien als Wachstumsmotor besser zu nutzen? Wir benötigen den Willen, Innovationen in das deutsche Gesundheitssystem einzuführen und Prozesse für ihren zügigen Zugang zu etablieren. Dafür brauchen wir eine neue Gesundheitswirtschaft mit mehr wettbewerblichen Elementen, Wahlfreiheiten und mehr Eigenverantwortung der Versicherten.
Wir müssen auch die Rahmenbedingungen für Forschung und Entwicklung durch ein besseres Forschungsmanagement optimieren. Dazu gehört die Vernetzung mit der wissenschaftlichen Forschung insbesondere auf dem Gebiet der Bio-, Mikro- und Nanotechnologie. Wir plädieren für regionale Cluster mit medizintechnologischen Firmen, Forschungs- und Bildungseinrichtungen, Herstellern von wichtigen Vorprodukten bis hin zur Software sowie Anbietern von Risikokapital.
Bei der Einführung von Innovationen müssen Krankenkassen, Kliniken, Ärzte und Unternehmen enger und „pro-aktiv“ zusammenarbeiten. Gemeinsames Ziel von Kassen und Unternehmen muss es sein, Innovationen, die medizinischen Fortschritt und einen ökonomischen Nutzen bieten, schneller in das System einzuführen.
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