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Hilfsmittel
Dekubitus-Forum des BVMed: „Hilfsmittelversorgung muss auf die Bedürfnisse der Patienten zugeschnitten sein“
18.09.2006 - 59/06
Produkte der alten und der neuen PG 11 werden noch für einen unbestimmten Zeitraum nebeneinander existieren, auch wenn die Produktuntergruppen der alten PG 11 bereits aus dem Hilfsmittelverzeichnis gelöscht worden sind. Auch gelten bestehende Verträge grundsätzlich weiter und bleiben von der neuen PG 11 bis zur Kündigung unberührt, so RA Peter Hartmann von der Kanzlei Schütze & Hartmann auf dem Dekubitus-Forum. Produkte der alten PG 11 müssen somit noch weiter Verhandlungsgegenstand sein. Jedoch sollten bereits Formulierungen der neuen PG 11 mit in die Vertragsgestaltung einfließen, beispielsweise der Versorgungsanspruch gemäß den Indikationen in den einzelnen Produktgruppen und die Verwendung der neuen Erhebungsbögen.
Die Überarbeitung der neuen Produktgruppe, die Ende 2005 abgeschlossen wurde, bietet nach Ansicht des Dekubitus-Forums „die rechtlichen Grundlagen für eine patientenorientierte Versorgung mit Hilfsmitteln“. Die Prophylaxe erhalte eine wesentlich höhere Bedeutung. Da nun alle Verträge an die neue PG 11 angepasst werden müssten, entstehe die Chance, bessere vertragliche Regelungen im Sinne der Patienten zu gestalten. Kritisch sieht das Forum das Thema Ausschreibungen. „Ausschreibungen von Hilfsmitteln gegen Dekubitus gewährleisten nicht die notwendige Individualversorgung der betroffenen Patienten“, so Andreas Bugs, Mitglied des Dekubitus-Forums und Sprecher des Fachbereichs „Hilfsmittel gegen Dekubitus“.
Das Dekubitus-Forum wurde im Januar 2006 durch Mitgliedsunternehmen des BVMed gegründet, die sich seit Jahren aktiv im BVMed-Fachbereich „Hilfsmittel gegen Dekubitus“ engagieren. Der Fachbereich wirkte an der Fortschreibung der PG 11 im Hilfsmittelverzeichnis mit, erstellte einen Erhebungsbogen für die Versorgung mit Antidekubitus-Hilfsmitteln und veröffentlichte einen „Versorgungsleitfaden – Auswahl von Hilfsmitteln gegen Dekubitus“. Unter Dekubitus versteht man ein Druckgeschwür, das entsteht, wenn ständiger Druck auf bestimmte Hautareale deren Versorgung mit sauerstoffreichem Blut verhindert. Druckgeschwüre zählen zu den offenen Wunden. Die Häufigkeit von Dekubitus in Deutschland ist nicht sicher belegt: Man schätzt, dass in Deutschland rund ein Prozent der Bevölkerung von Dekubiti betroffen sind, also rund 750.000 bis zu 1,5 Millionen Menschen.
Die Behandlung von Dekubitus wird allgemein vernachlässigt, da er in der Regel als Begleiterkrankung auftritt, sodass verschiedene ärztliche Disziplinen mit dem Krankheitsbild konfrontiert sind (Geriatrie, Dermatologie, Innere Medizin), aber nur wenige Ärzte die Versorgung solcher chronischer Wunden zu ihrem Spezialgebiet machen. Betroffen sind vor allem ältere, immobile und/oder kranke Menschen in Krankenhäusern, Pflege- und Altenheimen, aber auch in der häuslichen Pflege. Die Behandlung und Heilung von Dekubitus ist oft langwierig und belastend.
Zu der „Ist-Situation“ in der Dekubitusversorgung zählt der BVMed-Fachbereich folgende Faktoren: unzureichende Information der an der Versorgung beteiligten Personen; qualitätsfeindliche Rahmenbedingungen; unzureichende Umsetzung von Pflegestandards; keine optimale Versorgung der Patienten; weiterhin Schmerzen und längere Behandlungszeiten für die Patienten; höhere Kosten für die Krankenkassen. Fazit: „Hersteller und Leistungserbringer müssen am gleichen Strang ziehen, um eine qualitativ hochwertige Versorgung der Patienten mit Hilfsmitteln zu gewährleisten.“
Mehr Informationen zum Thema „Dekubitus“ gibt es auf den BVMed-Internetseiten unter: www.bvmed.de/themen.
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In Deutschland leiden etwa 4 Millionen Menschen an chronischen Wunden, zum Beispiel an offenen Beinen. Um diese Wunden zum Heilen zu bringen, reicht es nicht aus, wenn nur die jeweilige Grunderkrankung behandelt wird. Ohne die richtige äußerliche Versorgung bleibt das Problem über Jahre bestehen. Und das tut es leider bei den meisten Patienten. Moderne, feuchte Wundversorgungsprodukte sind auf dem Markt, aber die wenigsten Ärzte wenden sie an. Aus Unkenntnis oder aus Kostengründen.
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