Wundversorgung

Statement von BVMed-Geschäftsführer Joachim M. Schmitt zur DGfW-Pressekonferenz in Ulm: Fehl- und Unterversorgungen bei der Behandlung chronischer Wunden müssen beseitigt werden

21.06.2001 - 35/2001

Wiesbaden. Rund 4 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter chronischen Wunden, also Wunden, die meist aufgrund einer Durchblutungs- oder Stoffwechselstörung der Betroffenen nicht spontan heilen. Traditionelle Therapien zur Behandlung chronischer Wunden beruhen auf der örtlichen Behandlung und dem Auflegen trockener Verbände. Diese Therapieform ist nicht nur arbeitsintensiv, der erforderliche häufige Verbandwechsel stört auch den Heilungsprozess.


Moderne Verfahren zur Versorgung chronischer Wunden beruhen dagegen auf einer „feuchten“ Wundbehandlung und versuchen, den natürlichen Heilungsprozess zu fördern und zu unterstützen. Im Vergleich zur konventionellen, trockenen Behandlung ermöglichen sie oft einen wesentlich beschleunigten Heilungsverlauf. Auch der einfache und weitgehend schmerzfreie Verbandwechsel - der nicht so oft wie bei trockenen Verbänden vorgenommen werden muss - stellt für Patienten, Pflegepersonal und Ärzte eine deutliche Erleichterung dar.

Trotz dieser Vorteile wird die moderne feuchte Wundbehandlung in Deutschland insbesondere im ambulanten Bereich verhältnismäßig wenig praktiziert. Einen wichtigen Grund für die zögernde Anwendung dieser Therapien sieht der BVMed in der mangelnden Berücksichtigung in der ärztlichen Gebührenordnung.

Obwohl die moderne Wundbehandlung nachweislich zu erheblichen Kosteneinsparungen in den Bereichen Pflege und Behandlung führt, werden die Wundversorgungsprodukte aufgrund ihrer höheren Stückkosten oft nicht verwendet. Eine Kosten-Nutzen-Betrachtung, die die Behandlungsdauer und eingesetzten Stückzahlen berücksichtigt, unterbleibt. Die Folgen des Einsatzes niedrigpreisiger traditioneller Produkte sind längere Heilungszeiten für Patienten und damit höhere Gesamtkosten für die Kostenträger. Diese Situation muss gemeinsam mit den Kassen- und Ärzteverbänden rasch beendet werden. 

Als ersten Maßnahmenkatalog für eine veränderte Erstattungspraxis schlägt der BVMed vor:

- Aufnahme der modernen Wundversorgungsprodukte in alle regionalen Sprechstundenbedarfsvereinbarungen, 
- eigene spezielle EBM-Nummer für die Versorgung chronischer Wunden mit modernen Wundversorgungsmethoden, 
- Aufhebung oder Lockerung der Budgetierung von Leistungen bei der Behandlung chronischer Wunden.


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