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Wundversorgung
BVMed weist Sachverständigenrat auf Fehl- und Unterversorgungen bei der Behandlung chronischer Wunden hin
03.08.2000 - 45/00
Rund 4 Millionen Menschen in Deutschland leiden nach Angaben des BVMed unter chronischen Wunden, also Wunden, die meist aufgrund einer Durchblutungs- oder Stoffwechselstörung der Betroffenen nicht spontan heilen. Traditionelle Therapien zur Behandlung chronischer Wunden beruhen auf der örtlichen Behandlung und dem Auflegen trockener Verbände. Diese Therapieform ist nicht nur arbeitsintensiv, der erforderliche häufige Verbandwechsel stört auch den Heilungsprozess. Moderne Verfahren zur Versorgung chronischer Wunden beruhen dagegen auf einer „feuchten“ Wundbehandlung und versuchen, den natürlichen Heilungsprozess zu fördern und zu unterstützen. „Im Vergleich zur konventionellen, trockenen Behandlung ermöglichen sie oft einen wesentlich beschleunigten Heilungsverlauf. Auch der einfache und weitgehend schmerzfreie Verbandwechsel - der nicht so oft wie bei trockenen Verbänden vorgenommen werden muss - stellt für Patienten, Pflegepersonal und Ärzte eine deutliche Erleichterung dar“, so der BVMed in seiner Stellungnahme.
BVMed-Geschäftsführer Joachim M. Schmitt bemängelt gegenüber dem Sachverständigenrat, dass trotz dieser Vorteile die moderne feuchte Wundbehandlung in Deutschland insbesondere im ambulanten Bereich verhältnismäßig wenig praktiziert werde. Einen wichtigen Grund für die zögernde Anwendung dieser Therapien sieht der BVMed in der mangelnden Berücksichtigung in der ärztlichen Gebührenordnung.
Obwohl die moderne Wundbehandlung nachweislich zu erheblichen Kosteneinsparungen in den Bereichen Pflege und Behandlung führt, werden die Wundversorgungsprodukte aufgrund ihrer höheren Stückkosten oft nicht verwendet. Eine Kosten-Nutzen-Betrachtung, die die Behandlungsdauer und eingesetzte Stückzahlen berücksichtigt, unterbleibt. Die Folgen des Einsatzes niedrigpreisiger traditioneller Produkte sind längere Heilungszeiten für Patienten und damit höhere Gesamtkosten für die Kostenträger. Diese Situation müsse gemeinsam mit den Kassen- und Ärzteverbänden rasch beendet werden, so der BVMed gegenüber dem Expertengremium des Bundesgesundheitsministeriums.
Als ersten Maßnahmenkatalog für eine veränderte Erstattungspraxis schlägt der BVMed in seiner Stellungnahme vor:
Aufnahme der modernen Wundversorgungsprodukte in alle regionalen Sprechstundenbedarfsvereinbarungen,
eigene spezielle EBM-Nummer für die Versorgung chronischer Wunden mit modernen Wundversorgungsmethoden,
Aufhebung oder Lockerung der Budgetierung von Leistungen bei der Behandlung chronischer Wunden.
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Moderne Wundversorgung
In Deutschland leiden etwa 4 Millionen Menschen an chronischen Wunden, zum Beispiel an offenen Beinen. Um diese Wunden zum Heilen zu bringen, reicht es nicht aus, wenn nur die jeweilige Grunderkrankung behandelt wird. Ohne die richtige äußerliche Versorgung bleibt das Problem über Jahre bestehen. Und das tut es leider bei den meisten Patienten. Moderne, feuchte Wundversorgungsprodukte sind auf dem Markt, aber die wenigsten Ärzte wenden sie an. Aus Unkenntnis oder aus Kostengründen.
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