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Disease Management Programme (DMP): BVMed schlägt modellhafte Einführungen von medizintechnischen Innovationen im Rahmen der DMPs vor

08.04.2002 - 27/02

Berlin. Der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) hat in einer Stellungnahme an den Koordinierungsausschuss die Bedeutung innovativer Medizintechnologien im Rahmen der Behandlung chronisch Kranker durch die so genannten "Disease Management Programme" (DMP) hervorgehoben. Die Programme sollten auch dazu genutzt werden, innovative Medizintechnologien bei der Behandlung chronischer Krankheiten modellhaft anzuwenden, so BVMed-Geschäftsführer Joachim M. Schmitt. Darüber hinaus müsste das Expertenwissen von Industrie und Handel durch eine partnerschaftliche Einbeziehung in die Entscheidungs- und Behandlungsprozesse stärker genutzt werden.


Hersteller und Dienstleister der Medizintechnologiebranche leisten einen wesentlichen Beitrag zur Behandlung chronisch Kranker, von der Patientenbetreuung, -schulung und –beratung über die Fortbildungen für Ärzte bis hin zur Forschung. Der medizinisch-technische Fortschritt ermöglicht es, Krankheiten mit neuen Verfahren zu behandeln und somit die Versorgungs- und Lebensqualität von Patienten zu steigern. Dies führt langfristig zu Einsparungsmöglichkeiten im Gesundheitswesen, heißt es in der Stellungnahme des BVMed.

Bei den Programmen sollten nach Ansicht des BVMed auch Qualitätsstandards für die Dienstleistung der sonstigen Leistungserbringer wie medizinischer Fachhandel, Sanitätshäuser, Industrie, Apotheken und Pflegedienste festgelegt werden. "Nur wenn der gesamte Behandlungspfad durch Qualitätsstandards festgelegt ist, kann auch von einem Disease-Management gesprochen werden", so der BVMed.

Die Einführung der DMPs erfolgt im Rahmen des Risikostrukturausgleiches mit dem primären Ziel, die Versorgungsqualität der Patienten zu steigern. Dies begrüßt der BVMed und bietet seine aktive Unterstützung zur Erreichung des Ziels an. Der BVMed gibt aber in seiner Stellungnahme zu Bedenken, "ob sich die Steigerung der Qualität aus ärztlicher und ethischer Sicht ausschließlich auf die Versorgung im Rahmen von DMPs beschränken kann". Daher schlägt der BVMed vor, die Einführung von DMPs als ersten Einstieg für die Umsetzung eines echten Disease-Managements in Deutschland zu nehmen.

Die Diskussion um die Programme konzentriert sich nach Ansicht des BVMed zu sehr auf die Interessensgegensätze zwischen den Ärzten, insbesondere der KBV, und den Krankenkassen. Bislang konnte sich der Koordinierungsausschuss auf keine gemeinsame Empfehlung einigen. Es sei zu befürchten, dass die DMPs durch die auseinanderstrebenden Interessen scheitern könnten, es sei denn, das Bundesgesundheitsministerium lege die Anforderungen an die Programme selbst fest.


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