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Gesundheitspolitik
Medizintechnologien können Motor der Gesundheitswirtschaft sein - Wachstum in Deutschland hinkt dem Weltniveau deutlich hinterher
14.04.2005 - 28/05
Die Gesundheitsausgaben im Bereich der Medizinprodukte betrugen in Deutschland im Jahr 2003 insgesamt über 20 Mrd. Euro. Das geht aus der Gesundheitsausgabenstatistik hervor, die das Statistische Bundesamt vor wenigen Tagen veröffentlichte. Von den 20 Mrd. Euro entfallen rund 13 Mrd. Euro auf den ambulanten Bereich, z. B. Hilfs- und Verbandmittel, und 7 Mrd. Euro auf den stationären Bereich. In der Zahl sind Dentalprodukte und medizinische Großgeräte (Investitionsgüter) noch nicht enthalten. Der Weltmarkt für Medizintechnologien betrug 2003 rund 184 Mrd. Euro. Deutschland ist mit 20 Mrd. Euro als Einzelmarkt nach den USA und Japan weltweit der drittgrößte Markt und mit Abstand der größte Markt Europas. Er ist rund doppelt so groß wie Frankreich und rund drei Mal so groß wie Italien und Großbritannien.
Die Medizinproduktebranche beschäftigt in Deutschland 108.000 Menschen. Es ist davon auszugehen, dass die gleiche Anzahl von Arbeitsplätzen in der Zulieferindustrie unmittelbar von der Medizinprodukteindustrie abhängt. Medizintechnologien sind damit ein wichtiger Wirtschafts- und Arbeitsmarktfaktor. Die Medizintechnologie ist eine dynamische und hoch innovative Branche. Mehr als die Hälfte des Umsatzes erzielen die Unternehmen mit Produkten, die nicht älter als drei Jahre sind. Durchschnittlich werden rund 7 Prozent des Umsatzes in Forschung und Entwicklung investiert. Der Forschungsstandort Deutschland spielt damit eine besonders wichtige Rolle. Aufgrund steigender Investitionskosten, kürzer werdender Produktlebenszyklen und der zum Teil langen Dauer bis zur Markteinführung bzw. Erstattungsfähigkeit ist jedoch das Forschungsrisiko gestiegen.
Das durchschnittliche Wachstum des Weltmarktes für Medizinprodukte betrug 2003 nach Expertenschätzung rund 6 Prozent. Das entspricht auch ungefähr dem Marktwachstum in Japan und den USA. Das Wachstum des Marktes für Medizinprodukte fällt in Deutschland mit rund 2 bis 3 Prozent geringer aus. Grund ist vor allem die anhaltende Budgetierung im deutschen Gesundheitssystem. Der Preisdruck hat sich im gesamten Bereich der Medizinprodukte weiter verstärkt, vor allem durch die Budgetrestriktionen auf der Klinikseite und die gesetzgeberischen Eingriffe bei den Hilfsmitteln. Durch die weiteren Einschnitte der Krankenkassen bei den Festbeträgen für Hilfsmittel besteht die Gefahr, dass das notwendige Versorgungsniveau der Patienten nicht mehr gehalten werden kann. Im Krankenhausbereich besteht durch das neue DRG-System die Gefahr, dass die Einführung von Innovationen weiter verzögert wird.
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