Gesundheitspolitik

BVMed-Umsatzergebnis 1999: Inlandswachstum der Hersteller von Medizinprodukten weiterhin enttäuschend / BVMed fordert Innovationsschub

15.02.2000 - 10/00

Wiesbaden. Die über 160 im BVMed zusammengeschlossenen Hersteller von Medizinprodukten haben im Jahr 1999 einen Gesamtumsatz von knapp 6,3 Mrd. DM erzielt. Das Jahresergebnis lag damit um lediglich 2,8 Prozent über dem Ergebnis von 1998. Im Vorjahr hatten die BVMed-Mitgliedsunternehmen ihren Umsatz noch um 4,6 Prozent steigern können. Das ergab die nunmehr vorliegende Umsatzstatistik des BVMed für das Jahr 1999.


Enttäuschend verlief das Geschäftsjahr im Inland. Hier ergab sich eine Umsatzsteigerung von nur 2,2 Prozent. Die innovative Medizinprodukteindustrie lag damit lediglich knapp über dem Niveau des Durchschnitts der deutschen Wirtschaft. Dies ist ein Indiz dafür, dass der Gesundheitsmarkt, der als Wachstumsmarkt der Zukunft gilt, durch die anhaltende Budgetierungspolitik erheblich gehemmt wird. 

Dagegen stieg der Export 1999 gegenüber dem Vorjahr um 6,3 Prozent und lag damit knapp über dem Exportwachstum des Jahres 1998. Der Anteil des Exports am Umsatz der BVMed-Mitgliedsunternehmen liegt mittlerweile bei knapp 15 Prozent.

Die unklaren politischen Vorgaben des vergangenen Jahres haben nach Ansicht des BVMed zu einer großen Verunsicherung auf der Nachfrageseite sowohl im stationären wie auch im niedergelassenen Bereich geführt. Auch der Druck auf die Preise ist anhaltend stark geblieben. Mit der Aufrechterhaltung der sektoralen Budgetierung sei die notwendige und angemessene Versorgung der Bevölkerung mit qualitativ hochwertigen und innovativen Medizinprodukten auf Dauer nicht gesichert, so BVMed-Geschäftsführer Joachim M. Schmitt. Deshalb müsse bei der strukturpolitischen Diskussion überlegt werden, wie man eine breitere Finanzbasis der gesetzlichen Krankenversicherung schaffen könne. Falls dies politisch nicht durchsetzbar sei, müsse die Frage beantwortet werden, welche medizinischen Leistungen künftig noch solidarisch finanziert werden können. Von den gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen müsse ein verstärkter Innovationsschub ausgehen, um die Erfolge des medizinischen Fortschritts auch in Zukunft den Patienten zugute kommen zu lassen.

Der Umsatz der im Bundesfachverband Medizinprodukteindustrie zusammengeschlossenen über 160 Unternehmen setzt sich aus den Bereichen medizinische Produkte zur Intensiv- und Krankenversorgung, medizinische Implantate, Produkte zur Inkontinenz- und Stomaversorgung, OP-Materialien, Verbandmittel und medizintechnische Erzeugnisse zusammen.


  • Share on Facebook
  • Share on Twitter