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Patientenmanagement
5. Kommunikationskongress Medizintechnologie (3): „Patienten durch gute MedTech-Informationen fragefähig und kompetent machen“
11.06.2009 - 55/09
Dorothee Meusch, Pressesprecherin der Techniker Krankenkasse, bestätigte, dass das Thema Kommunikation für die Krankenkassen immer wichtiger werde. Sie müssten eine stärker gestaltende Rolle einnehmen, sagte sie in einer Podiumsdiskussion zum Thema „Fragen Sie Ihren Arzt oder…?: Die Rollenverteilung im Zuweiser- und Patientenmarketing“, die von der NDR-Medizinjournalistin Renate Harrington moderiert wurde. Michaela Rau vom MedTech-Unternehmen Smith & Nephew plädierte für ein stärkeres „Shared Decision Making“ von informierten Patienten mit ihren Ärzte über die beste Therapieoption.
„Die Krankenhäuser entdecken gerade erst das kommunizieren“, erklärte David-Ruben Thies, Geschäftsführer des Waldkrankenhauses Eisenberg. Ein wichtiger Baustein sei das Zuweisermarketing. Für Tobias Meixner von den HELIOS Kliniken ist und bleibt die Zuweiserbindung Chefsache: „Es ist die Aufgabe des Chefarztes, mit den niedergelassenen Ärzte zu kommunizieren und durch die Behandlungsqualität zu überzeugen.“ Patienteninformationen, das Arzt-Patientenverhältnis, die Kommunikation von und mit Krankenkassen und Krankenhäusern sowie das aufkommende Thema „Zuweiser-Marketing“ waren die Themenschwerpunkte des zweiten Tages des MedTech-Kommunikationskongresses in Köln. Die BVMed-Konferenz bot zu diesem Thema Fallstudien aus den Unternehmen sowie die Sicht der Beteiligten: Medien, Krankenkassen, Krankenhäuser und Ärzte.
Wichtig sei bei der Zielgruppe „Versicherter, Patient, Angehöriger“ eine Sprache, die einfach und verständlich ist und den Menschen in den Mittelpunkt der Kommunikation stellt, so Kongressmoderator Joachim M. Schmitt, Geschäftsführer und Vorstandsmitglied des BVMed: „ Die Kommunikationsarbeit der Unternehmen muss in erster Linie die Frage beantworten: Welchen Mehrwert bringt das neue Produkt, das neue Verfahren den Menschen?“
Markus Liebold von der Agentur THINK WIRED! führte zu Beginn des zweiten Kongresstages in die Funktionsweise eines ganzheitlichen Patientenmarketings mit Print- und Onlinemedien ein. Für die zunehmende Bedeutung des Themas Patientenmarketing gebe es verschiedene Gründe, beispielsweise die Veränderung des Verhaltens der Patienten aufgrund des Informations- und Medienzeitalters sowie einen Bewusstseinswandel in Bezug auf die eigene Gesundheit. „Die Zeichen für alle Beteiligten im Gesundheitswesen stehen auf Wettbewerb. Der Patient und sein Wunsch rücken stärker in den Mittelpunkt“, so Liebold. Wichtig sei es, beim Blick auf die Patienteninformationen auch das Gleichgewicht mit den Leistungserbringern zu halten. Er plädierte für spezielle Informationsmedien, mit den die Anwenderkliniken ihre regionalen Zuweiser informieren können. So würden die Anwenderkliniken im regionalen Wettbewerb gestärkt werden.
Uwe Perkuhn, Vertriebsleiter des MedTech-Unternehmens EDAP-TMS, präsentierte eine Fallstudie zu einem gezielten Patientenmarketing beim Thema „schonende Prostatakrebsbehandlung“ durch einen hochintensiven fokussierten Ultraschall. Die kommunikative Leitidee für den Projektstart lautete: „Totaloperation bei Prostatakrebs muss nicht sein - Ultraschall verbrennt Tumor“. Ziel der Maßnahmen war die Nennung und spätere Etablierung der neuen Behandlungsmethode als eine echte Alternative zu den Standardtherapien. Nur durch Aufklärung und Information konnten bislang 56 Millionen Leser deutschlandweit erreicht werden.
Wie soll man sich verhalten, wenn das eigene Produkt in der Krise ist? Experte Peter Höbel von der crisadvice Unternehmensberatung führte in die Grundlagen der Krisenkommunikation ein. Je früher man eine drohende Krise anfasse, umso eher könne man wirtschaftlichen Schaden abwenden. Bei einer Situation nach der Formel „Angst plus Medien gleich Krise“ müssten die Unternehmen durch vertrauensbildende Informationen den Angstzyklus durchbrechen. Eine wirkungsvolle Kommunikation beruhe dabei auf zwei Säulen: 1. der Sachebene mit aufklärenden, umfassenden, sachbezogenen Informationen; 2. der Gefühlsebene, auf der man offen, ehrlich und persönlich kommunizieren muss, so Höbel. De-Eskalation erreiche man nur durch vertrauensbildendes Management und durch schnelle, ehrliche Kommunikation. Zu den Offensiv-Regeln für Krisenauftritte gehören kurze Botschaften und einfache Formulierungen, Vermeidung von Fachbegriffen sowie widerspruchsfreie Argumentationen.
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