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Gemeinsamer Bundesausschuss
BVMed zu Folgen der NICE-Entscheidung über Koronarstents: "Bundesausschuss muss Innovationen fördern, nicht hemmen"
17.05.2000 - 28/00
"Im Sinne des Patienten muss es die Aufgabe des deutschen Bundesausschusses Ärzte-Krankenkassen sowie des neuen Krankenhaus-Bundesausschusses sein, innovative Medizintechnologien zu fördern, nicht zu hemmen“, so BVMed-Geschäftsführer Joachim M. Schmitt. Die Industrie befürchte aufgrund der Äußerungen aus dem Umfeld des Bundesausschusses, dass dieser mehr und mehr ein Verhinderungsgremium werde. Dies sei aber der falsche Ansatz. Dagegen gehe die Arbeit von NICE, das im April 1999 von der britischen Regierung gegründet wurde, in die richtige Richtung: die Förderung des Einsatzes von innovativen Medizinprodukten und Verfahren.
Als Folge der NICE-Entscheidung fordert der BVMed für das deutsche System der Bewertung von innovativen Medizintechnologien mindestens drei Verbesserungen:
1. Das Verfahren der Bundesausschüsse muss transparenter und Entscheidungen für alle Beteiligten nicht nur nachvollziehbar, sondern auch anfechtbar gemacht werden.
2. Die Verfahren müssen deutlich beschleunigt werden, damit innovative Medizintechnologien allen Patienten, die sie benötigen, ohne Verzögerungen zugute kommen.
3. Die Industrie muss an der Arbeit der Bundesausschüsse stärker beteiligt werden und zumindest ein Antrags- und qualifiziertes Anhörungsrecht bekommen. Die Industrie muss als Berater bzw. Experte im gutachterlichen Sinn beteiligt sein. Bei NICE sind Industrievertreter sogar offiziell Mitglied des Gremiums.
Die Bewertung von NICE ist die erste offizielle Anerkennung der Rolle, die minimalinvasive Therapien bei Herzkrankheiten in Großbritannien spielen sollten. In Deutschland werden Stents häufiger eingesetzt. Die NICE-Stellungnahme widerspricht dabei in aller Deutlichkeit denjenigen, die deutschen Ärzten gelegentlich bereits vorwerfen, zu viel zu "stenten".
Die NICE-Bewertung ist insbesondere für Angina pectoris-Patienten, die nicht auf eine Arzneimittelbehandlung ansprechen, eine gute Nachricht. Koronarstents haben zusammen mit Ballonkathetern die Behandlungsmöglichkeiten für Angina pectoris und Herzkrankheiten revolutioniert. Stents sind bei der Behebung von Symptomen der Angina pectoris sehr wirksam und zu einer maßgeblichen Alternative zur Bypasschirurgie der Herzkranzarterie geworden. Ein Stent ist eine Röhre aus Metallgeflecht, die verengte oder blockierte Arterien, die den Herzmuskel versorgen, offen hält. Stents sind kleiner als eine Büroklammer und werden unter lokaler Betäubung mit "minimalinvasiven" Kathetern durch eine kleine Öffnung in der Leistengegend eingeführt.
Internetadresse von NICE: www.nice.org.uk
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