Gemeinsamer Bundesausschuss

9. Neubiberger Krankenhausforum zum neuen Krankenhaus-Vergütungssystem - BVMed: "Die Industrie muss am Bundesausschuss Krankenhaus von Anfang an beteiligt sein"

13.06.2000 - 33/00

München. „Als Prozessbegleiter und Mitberater muss die Industrie beim neuen Bundesausschuss Krankenhaus von Anfang an dabei sein.“ Das forderte BVMed-Geschäftsführer Joachim M. Schmitt auf dem 9. Neubiberger Krankenhausforum in München. Die Beteiligung der Industrie auch ohne letztendliches Stimmrecht gewährleiste dem Bewertungsausschuss eine zeitnahe Zugriffsmöglichkeit auf originäre Sach- und Expertenkompetenz. Dadurch werde auch die Neutralität, die Transparenz und die Glaubwürdigkeit des Gremiums verstärkt.


Nach Ansicht des BVMed muss auch sichergestellt werden, dass im Krankenhausbereich in der Übergangszeit bis zum Jahre 2004, wenn das neue pauschalierte Vergütungssystem eingeführt werden soll, kein Innovationsstau bei neuen Medizintechnologien entsteht. Es müsse ein Kernpunkt der anstehenden Reformen sein, dass innovative medizinische Verfahren und Technologien ohne Verzögerungen Aufnahme in das deutsche Versorgungssystem finden. Die von der Bundesregierung beschlossene Einführung eines durchgehenden leistungsorientierten und pauschalierten Vergütungssystems im stationären Bereich bezeichnete Schmitt "als ein Schritt in die richtige Richtung". "Eine der Voraussetzungen dafür ist jedoch, dass in der konkreten Vergütungspraxis ab dem Jahre 2003 eine leistungsgerechte und kostendeckende Vergütung der Verfahren sowie der eingesetzten Medizinprodukte gewährleistet ist." 

Ab 2004 soll nach dem Willen des Gesetzgebers alles im Lot sein und das neue Vergütungssystem auch als Instrument der Budgetmessung für eine leistungsorientierte Ermittlung des individuellen Krankenhausbudgets herangezogen werden. Allerdings seien auch mit dem neuen System die Innovationshemmnisse und die Rationierungsgefahr keinesfalls beseitigt, wenn man auf der anderen Seite weiter an einer engen Budgetierung festhalten wolle, so der BVMed.

Der BVMed-Geschäftsführer nannte in seiner Rede vor dem Krankenhausforum u. a. drei Kernpunkte für die Weiterentwicklung im Krankenhausbereich:

"1. Wir brauchen eine fortschrittliche Krankenhausversorgung mit der Anwendung von Spitzentechnologien und dem aktuellen medizinischen Know-how. Deshalb müssen wir sicherstellen, dass innovative Medizintechnologien allen Patienten, die sie benötigen, ohne Verzögerung zugute kommen.

2. Wir brauchen ganzheitliche Konzepte, die den ambulanten und stationären Bereich als Versorgungskette abdecken und keine Rücksicht auf sektorale Partikularinteressen nehmen. 

3. Wir benötigen Vergütungssysteme, die ausreichend Raum für Innovationen im medizinischen, medizinisch-technischen und pflegerischen Bereich bieten. Das System muss z. B. den Einsatz neuer Technologien und Verfahren gewährleisten, die zu einer Reduzierung der Verweildauer im Krankenhaus beitragen. Dies senkt die betriebswirtschaftlichen Kosten und verbessert die Wirtschaftlichkeit des Gesundheitswesens."


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