DMP-Programme

BVMed: „Homecare-Ansätze müssen im deutschen Gesundheitssystem stärker anerkannt und gefördert werden“

04.12.2002 - 82/02

Berlin. Eine stärkere Berücksichtigung von Homecare-Konzepten im deutschen Gesundheitssystem hat der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) angeregt. „Homecare“ sei dabei weit mehr als reine Pflegeleistungen, sondern vielmehr die Betreuung und therapeutische Versorgung von Patienten zu Hause mit vergleichbarer Qualität wie in der Klinik. Homecare-Konzepte von Industrie und Handel steigern damit die Lebensqualität der Patienten bei gleichzeitiger Kostenersparnis, da teure Krankenhausaufenthalte vermindert werden, so BVMed-Geschäftsführer Joachim M. Schmitt.


Konkret schlägt der BVMed u. a. vor, Homecare als festen Bestandteil des Gesundheitswesens im SGB V (Sozialgesetzbuch) zu verankern, Homecare-Ansätze im Rahmen der Fallpauschalen-Einführung zu berücksichtigen, sektorübergreifende Versorgungsformen stärker zu fördern sowie die Disease-Management-Programme (DMP) um Leistungserbringer außerhalb des ärztlichen Bereichs, beispielsweise Industrie- und Handelsunternehmen mit ihren Homecare-Dienstleistungen, zu erweitern.

Einen besonderen Schub für den Homecare-Markt erwartet der BVMed von der Einführung der Fallpauschalen im Krankenhausbereich. Die Einführung des pauschalierten Entgeltsystems ab 2004 bzw. optional ab 2003 wird die Verweildauer in deutschen Krankenhäusern um ca. 20 bis 30 % auf durchschnittlich 7 Tage verkürzen, so Experten. Durch die Folgen des DRG-Systems bieten sich für den Homecare-Markt neue Aufgaben. Haben sich Homecare-Ansätze bisher auf einige Schwerpunkttherapien beschränkt, müssen zukünftig Menschen mit unterschiedlichsten Krankheitsbildern im häuslichen Bereich medizinisch versorgt werden. Behandlungsabläufe können dabei durch eine engere Kooperation der Krankenhäuser mit den Homecare-Unternehmen optimiert werden.

Bei den Disease-Management-Programmen (DMP) regt der BVMed an, die Inhalte der Behandlungsprogramme nicht ausschließlich auf die ärztliche Versorgung zu beschränken. In einer gleichberechtigten Einbindung von Industrie- und Handelsunternehmen liege eine besondere Chance für das Gesundheitswesen, denn der Homecare-Bereich könne als Bindeglied zwischen Patient, Krankenhaus, Arzt und Kostenträger dienen. Durch die kontinuierliche Therapiebegleitung und die Unterstützung des Patienten, damit dieser trotz seiner chronischen Krankheit einen normalen Lebensablauf findet, verbessern Homecare-Modelle die Versorgungsqualität und senken die Therapiekosten.

Die Versorgung der Patienten nach definierten Qualitätsstandards und einer nachvollziehbaren Dokumentation unterstützt den Arzt bei seiner Arbeit und schafft Transparenz. Industrie- und Handelsunternehmen, die Homecare-Therapien anbieten, sind damit ein wichtiger Kooperationspartner im Gesundheitswesen.


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