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Patientengeschichten
Die Geschichte von Jerry Lewis
37 Jahre lang hatte der berühmte Entertainer Jerry Lewis jeden Tag Schmerzen. Er berichtet, dass der Schmerz immer dabei war - bei den Fernsehsendungen, den Konzerten, den Auftritten. Sobald er auf der Bühne war, unterdrückte das Adrenalin den Schmerz. Aber nach der letzten Verbeugung musste man ihm in seine Garderobe helfen. 
Jerry Lewis ist inzwischen 78 Jahre alt und hat uns sein ganzes Leben lang mit seinem Geplapper und seinen Kapriolen zum Lachen gebracht. (Er hat übrigens die meisten seiner Stunts selbst gemacht.) Insbesondere seine tollpatschige Komik mit Körpereinsatz war sehr beliebt.
Nach einem Sturz auf ein Stahlkabel, im Jahre 1965 - nach 65 Filmen - rächten sich all die Schäden, die Jerry seinem Körper über die Jahre angetan hatte. Jerry erinnert sich, dass ihm damals sofort klar war, dass etwas Schreckliches passiert sein musste, denn von der Taille abwärts fühlte er gar nichts mehr.
Keine Hoffnung in Sicht?
Jahrzehntelang hat Jerry auf der ganzen Welt einen Arzt nach dem anderen aufgesucht, um Linderung für seine starken Schmerzen zu finden. Schmerzmittel zeigten keine Wirkung oder hatten Nebenwirkungen wie Übelkeit und Schläfrigkeit. Arzneimittelinjektionen in die Wirbelsäule verloren langsam ihre Wirkung. Jerry erläutert, dass ihm die Ärzte sagten, er müsse einfach mit diesen Schmerzen leben. Er hörte dies immer wieder, wollte es jedoch nicht einfach so akzeptieren. Jerry nahm schließlich Betäubungsmittel zur Linderung und war 13 Jahre lang abhängig von Oxycodon und Aspirin.
Er hat zwar nie aufgehört zu arbeiten - insbesondere bei seinem Wohltätigkeitsengagement -, aber es fiel ihm schwer. Neben dem Besuch diverser Ärzte hat Jerry Physiotherapeuten und jeden anderen Spezialisten aufgesucht, der ihn vielleicht vom Schmerz befreien konnte. Aber alles half nur für kurze Zeit.
1997 empfahl Jerrys Orthopäde den Schmerzspezialisten und Anästhesisten Joseph Schifini, MD. Die Injektion von Schmerzmittel in die Hüfte und den Rücken wirkte zunächst gut, verlor jedoch schon bald ihre Wirkung. Dr. Schifini verschrieb als nächstes verschiedene Schmerzmittel. Diese brachten zwar etwas Schmerzlinderung, hatten aber Nebenwirkungen in Form von Magenproblemen, Übelkeit und Schläfrigkeit. Eine Rückenoperation (Laminektomie) verschaffte Jerry etwas Erleichterung, die aber nur sechs Wochen andauerte.
Endloses Leiden
Die Schmerzen quälten Jerry immer noch bei Tag und bei Nacht. Im Februar 2002 konnte er nur noch wenige Schritte gehen und nicht mehr ungestört schlafen, obwohl er jedes Medikament und einige andere Schmerztherapien ausprobiert hat.
Außerdem hatte Jerry sich eine Lungenerkrankung zugezogen. Durch seine Schmerzen war die Beweglichkeit eingeschränkt, was die Heilung des Lungenleidens behinderte.
Jerry erläutert, dass chronische Schmerzen noch eine andere Gefahr mit sich bringen: Hoffnungslosigkeit. Er erklärt, dass die Hoffnungslosigkeit der Partner von chronischen Schmerzen ist. Jerry hatte einen Punkt erreicht, an dem er über Selbstmord nachdachte.
Dr. Schifini und Jerry haben sich oft über Jerrys starke Schmerzen unterhalten. Dr. Schifini erzählt, dass Jerry auf einen Zustand zusteuerte, bei dem nichts mehr funktionierte. Der nächste logische Schritt war die Neurostimulation.
Neurostimulation (Schmerzschrittmacher)
Die Neurostimulation ist eine reversible Methode, die genau kontrollierte, schwache elektrische Impulse über einen präzise platzierten, isolierten Draht (Elektrode) an das Rückenmark abgibt. Die Elektrode ist an einen implantierbaren Impulsgenerator angeschlossen, der eine Batterie und Elektronik enthält. Die Stimulation sorgt dafür, dass die Schmerznachrichten das Gehirn nicht erreichen. Anstatt des Schmerzes fühlt der Patient ein Kribbeln.
Es gibt zwei Arten von Neurostimulationssystemen: ein vollständig implantiertes System und ein System mit externer Stromversorgung. Beide Systeme werden auch als Schmerzschrittmacher bezeichnet.
Alle Teile des vollständig implantierbaren Systems werden unter die Haut implantiert und von kaum jemandem bemerkt. Zu dem System gehört ein externes Programmiergerät, mit dem die Patienten die Feinabstimmung ihrer Therapie vornehmen können. Die Stimulation kann je nach Bedarf verstärkt oder verringert werden, um eine optimale Schmerzlinderung zu erreichen. Bei dem System mit externer Stormversorgung wird die Batterie außerhalb des Körpers getragen, während Empfänger und Elektrode ebenfalls implantiert werden.
Hundertprozentige Linderung
Mitte April 2002 machte Jerry einen Neurostimulationstest, damit Dr. Schifini feststellen konnte, ob diese Therapie ihm helfen könnte. Dabei wurde eine temporäre Neurostimulationselektrode in den mittleren Bereich von Jerrys Wirbelsäule platziert. Diese Elektrode war an einen temporären externen Neurostimulator angeschlossen, der seitlich an seiner Hüfte befestigt wurde. Der Test verlief erfolgreich. Dr Schifini erklärt, dass Jerry eine hundertprozentige Schmerzlinderung erlebte. Während des viertägigen Tests, den Jerry zu Hause verbrachte, wurden leichte Impulse durch die Elektroden abgegeben. Dr. Schifini erzählt, das ihn Jerry jeden Tag angerufen hat, um zu sagen, dass er dieses System implantiert haben wolle.
Am 20. April wurde Jerry Lewis ein permanentes Neurostimulationssystem implantiert. Dieser Eingriff verlief ähnlich wie der für den Test, diesmal implantierten die Ärzte aber das gesamte System, einschließlich Neurostimulator, unter Jerrys Haut im Bauchbereich. Jerry nimmt keine Schmerzmittel mehr und verspürt auch keine Nebenwirkungen, obwohl diese auch hier möglich sind. Da das System chirurgisch implantiert wird, besteht ein geringes Infektionsrisiko. Es können auch Gerätekomplikationen auftreten, wie Elektrodenverschiebung, die eine Unterbrechung der Schmerzlinderung zur Folge haben.
Jerry erzählt fröhlich, dass er am Tag der Implantation seiner Haushälterin viermal erzählte, dass er keine Schmerzen mehr habe. Er fühlte sich wie neugeboren. Er erklärt, wie dankbar er dafür ist, jeden Morgen ohne Schmerzen aufzuwachen.
Vor der Implantation konnte Jerry keine Krankengymnastik mehr machen und an keinen Aktivitäten mit seiner Familie teilnehmen. Jetzt hat Jerry die Krankengymnastik und andere Rehabilitationsmaßnahmen wieder aufgenommen und kann auch die Verrichtungen des täglichen Lebens wieder ausführen. Da er keine Schmerzen mehr hat, kann er sich jetzt viel besser um sein Lungenleiden kümmern. Der Schifini erklärt, dass Jerry ohne das Lungenleiden wieder der Jerry Lewis sei, den alle kennen.
Jerry hat jetzt viel nachzuholen, insbesondere mit seiner zehnjährigen Tochter Danielle (Danny). Wie oft war sie vom Schulbus zur Eingangstür gelaufen und dort von Jerry auf den Arm genommen und in die Luft geworfen worden. Das konnte er wegen der starken Schmerzen nicht mehr machen.
Für Jerry Lewis ist dieser Neurostimulator eine Nabelschnur in ein neues Leben.
Quelle: Medtronic Deutschland GmbH
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