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Glossar und Wörterbuch
Biotechnologie
Mit mehr als 350 kleinen Unternehmen, von denen viele in der Produktentwicklung tätig sind, ist Deutschland einer der führenden Biotechnologie-Standorte in der EU.
Zum Beispiel ermöglichen "Tissue Engineering"-Verfahren die Entwicklung biologischer Substitute aus körpereigenem Gewebe, welche die Funktion geschädigten Gewebes wiederherstellen, erhalten oder verbessern können. Haut- und Knochenersatz werden heute bereits routinemäßig angewandt. Große Chancen werden z. B. in orthopädischen und kardiovaskulären Entwicklungen gesehen. Vor dem Hintergrund einer rasch alternden Gesellschaft versprechen die Möglichkeiten des "Tissue Engineering" eine schonendere Medizin mit geringeren Abstoßungsreaktionen.
Die Rahmenbedingungen für die Entwicklung, das Inverkehrbringen und den Verkauf dieser Produkte sind jedoch verbesserungsbedürftig. Zum einen fehlt es noch an einheitlichen europäischen Regelungen, die das Inverkehrbringen von Tissue-Engineering-Produkten regeln. Unter Federführung der Generaldirektion für Gesundheit und Verbraucherschutz der Europäischen Kommission wird eine Richtlinie über die Gewinnung menschlicher Gewebe und Zellen erarbeitet. Deren Verwendung in der industriellen Fertigung von Medizinprodukten soll in einer Richtlinie unter Federführung der Generaldirektion "Unternehmen" geregelt werden. Zum anderen fehlt den innovativen biotechnologischen Unternehmen in Deutschland die finanzielle Sicherheit für ihre Investitionen, da die Krankenkassen die Erstattung von Tissue-Engineering-Produkten bislang ablehnen. Sollte sich diese Haltung nicht ändern, so ist in nicht allzu langer Zeit damit zu rechnen, dass auch der Wille bzw. die Fähigkeit, weiterhin in diese Verfahren zu investieren, zum Erliegen kommen wird.
Für das Inverkehrbringen von "Tissue-Engineering-Produkten" müssen europaweit einheitliche Anforderungen festgelegt werden. Tissue-Engineering-Produkte müssen Eingang in das Erstattungssystem der Krankenkassen bekommen.
Anwendungsbeispiel:
Neues Verfahren bei Knorpelschäden im Knie
http://www.massstab-mensch.de/Medizintechnologien/Knie/article/Neues_Verfahren_bei_Knorpelschaeden.html
Stand: Januar 2011
Informationsfilm
Heilen mit Biotechnologie bei Knorpelschäden
Sport an sich ist eine gesunde Leidenschaft. Wer sie exzessiv betreibt, läuft allerdings auch Gefahr, dass er sich damit Leiden schafft. Denn Fußball, Joggen, Skifahren gehen mitunter sehr auf die Knochen. Zu den höchsten Verletzungsrisiken zählen Knorpelschäden im Knie. Arthrose droht, und damit langfristig ein künstliches Kniegelenk. Denn mit herkömmlichen Methoden sind größere Defekte nur bedingt reparabel. Beste Ergebnisse bringt dagegen ein biotechnologisches Verfahren: Bei der ACT, der Autologen Chondrozyten Transplantation, wird Eigenknorpel im Labor gezüchtet und dann in die defekte Stelle eingesetzt.
> Heilen mit Biotechnologie bei Knorpelschäden
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